Alle Beiträge von Reinhard Gölzner

Männlichkeit und Narzissmus

Was wünscht sich eine Frau, wenn sie gern einen echten Mann hätte?

Für DDr. Raphael Bonelli, Dozent und Psychotherapeut, ist klar: Die Frau wünscht sich einen Mann, der kultiviert Stärke zeigt (eine Schulter zum Anlehnen), der Entscheidungen trifft, der Halt gibt und Ordnung schafft. Der Optimalfall: Der Mann setzt seine Kraft dienend ein.

Bonelli referierte bei „Theologie vom Fass“ in Linz unter dem Titel „Ich bin so schön, ich bin so toll“ über Männlichkeit und Narzissmus, erklärte anhand von vielen Beispielen und Studien grundlegende, naturwissenschaftlich belegte Unterschiede zwischen Mann und Frau. Es sei ein Denkfehler, meinte er, die kulturelle Entwicklung bezüglich Geschlechtlichkeit von der Biologie zu trennen.

Frauen sollten ihre empathischen Fähigkeiten nützen, um den Mann emotional zu coachen. Männer sollen ihr strukturelles Denkvermögen nützen, um die Frau zu systematisieren.

Sie coacht ihn – er ordnet sie:
„So ergänzen sich Mann und Frau wunderbar!“

Narzissmus bedeute eine Selbstüberschätzung und Selbstidealisierung – und sei die natürliche Versuchung des Mannes, so Bonelli. Ein Narzisst schaue auf andere herab, weil er sich überlegen fühle, blende eigene Fehler aus und könne Werte, die über ihm stünden, nicht anerkennen.

Und die Frau? „Ihre natürliche Versuchung ist der Perfektionismus.“ Narzissmus und Perfektionismus – in beiden Fällen kreise der Mensch um sein eigenes Ich, erläuterte Raphael Bonelli. „Der Narzisst kreist selbstverliebt um sich (‚Ich bin so gut‘), der Perfektionist kreist ängstlich um sein Ich (‚Bin ich gut genug im Vergleich zu …?‘).“

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Günter Veit: Ein heißes Eisen


Günter Veit führt ein seit Generationen erfolgreiches Maschinenbauunternehmen mit weltweit 400 Mitarbeitern auf mehreren Kontinenten und ist seit 45 Jahren begeisterter Christ. Er spannte in seinem Impulsvortrag einen Bogen von seinen Anfängen als potenzieller Rockmusiker, das Wiederentdecken seines Glaubens, zu einer Zwischenstation als Missionar hin zum zunächst nicht geplanten Eintritt ins und die spätere Übernahme des Familienunternehmens.

„An Gottes Segen ist alles gelegen!“

Der Unternehmer aus Landsberg am Lech schilderte uns auch die eine oder andere göttliche Fügung aus dem Unternehmensalltag. Hier der ganze Vortrag mit Fragen und Abschluss (also die vollen „zwei Halben und ein Stamperl“) zum Nachhören:

Bock auf Gott? Bitte mehr Opium!

So lautete der Titel beim großen Finale des Sommersemesters in Linz. Pater Karl Wallner, der künftige Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Österreich, gab einige „Antidepressiva“ für uns Christen:

  • das große Ziel entdecken: erfülltes Verbundensein mit Gott
  • uns als Christen nicht verstecken – „Give something back!“
  • andere mit unserer Überzeugung anstecken
  • uns mit allem, was wir haben, Gott ganz hingeben

Mehr „Opium“ bedeutet mehr Freude – gemeint ist natürlich nicht die Droge, sondern die Liebe Gottes. Danke P. Karl für deine aufbauenden und mitreißenden Worte!

Zu Fuß nach Jerusalem

Unser Leben ist eine Pilgerreise. Pilgern heißt neu werden, an Liebe und Geduld wachsen – jedoch und gerade durch den Weg mit seinen Mühen. Der Pilger wird nicht am Pilgerort heilig, sondern durch das Pilgern selbst.

Am 30. September hatten wir in Linz den Theologie vom Fass Semesterauftakt mit P. Johannes Maria Schwarz. Thema war seine Fußreise nach Jerusalem, immerhin 14.000 km! Es war ein interessanter Vortrag, locker und spirituell zugleich. Hier einige Ausschnitte:

Heiligkeit besteht darin, das Seine zu tun, dort wo man von Gott hingestellt wird, also sich in Liebe und Geduld üben (mit seinen Nächsten leben).

Gibt es eine Grenze der Geduld? Die Antwort darauf ist der Kreuzweg: nur Jesus war fähig, diesen Leidensweg (angespuckt, geschlagen, gedemütigt…) in voller Geduld und Liebe zu gehen, wir Menschen niemals. Er hatte nur den Blick der Liebe für alle Menschen. Geduld gibt der Liebe Raum!

P. Johannes hatte einige sehr prägende Begegnungen. “Wenn die extremen Mühen der Umwege auf den Weg nach Jerusalem nur deshalb waren, um diesem einen Menschen zu begegnen, war es das wert!” Das kann man wohl auch auf unser Leben übertragen. Meist sieht man erst im Nachhinein, auch nach Monaten oder Jahren, warum es manchmal solche Umwege gab.

Verlieren wir nie das Ziel aus den Augen! Unser wirkliches Ziel ist nicht horizontal, sondern vertikal: gerade hinauf in den Himmel.

Bilder seiner Reise nach Jerusalem sind auf dem Blog von P. Johannes zu finden: www.4kmh.com. Hier der ganze Vortrag mit Fragen und Abschluß (also die vollen „zwei Halben und ein Stamperl“) zum Nachhören: