Lebenswende statt Lebensende

„Wesentlich ist die Beziehung mit Gott. Taufe und Mitgliedschaft in der Kirche allein reichen nicht. Es braucht eine Entscheidung für ihn!“

Franz Wimberger

Strahlendes Lächeln, leicht gebückte Haltung und markanter oberösterreichischer Dialekt: Franz Wimberger, erfolgreicher Unternehmer, sprach bei „Theologie vom Fass“ im vollen „Kaufmann’s“ des  „Josef – das Stadtbräu“ in Linz über seine Lebenswende.

Ein Lebenszeugnis, nicht aus dem enthusiastischen Amerika, nicht aus dem bedrängten Nahen Osten oder dem notleidenden Afrika. Nein, ganz aus der Nähe. Von einem Mann, dessen größte Bedrängnis eine Folge seines Erfolges war.

„Drei falschen Göttern habe ich gedient: Macht, Geld und Sex“, bekennt Franz Wimberger ganz offenherzig. Und drei mutige Entscheidungen, bestärkt durch das Lebenszeugnis eines Dritten, brachten die Wende:

  1. Ob wir Jesus Christus als Erlöser in unser Herz aufnehmen wollen? Ja.
  2. Ob wir uns alle Verletzungen der vergangenen Jahre verzeihen können? Ja.
  3. Ob wir glauben, dass Gott uns heilen kann? Ja.

Nein, sein Leben hat sich nicht von heute auf morgen um 180 Grad geändert. Ja, es war und ist ein Weg. Ja, er strahlt innere Ruhe, Zufriedenheit und Begeisterung aus. Nein, er hat keine Scheu, vor vielen Menschen seine Fehler zuzugeben. Ja, er benennt klar Jesus Christus als den Retter in seiner Not. Ja, man kann erfolgreich und christlich sein. Nein, man ist nicht gefeit vor neuen Irrtümern und Versuchungen. Ja, es bedarf einer Konsequenz. Ja, Gebet hilft. Ja, man würde sich ihn wieder anhören. Denn ja, er ist ein Zeuge für das Wirken Christi.

Hier der volle Vortrag in Linz zum Nachhören:

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Blind und doch geheilt

„Spannenderweise bin ich draufgekommen, dass die Blindheit für mich ein angenehmer Zustand ist!“

Wer sagt denn so etwas? Marco Blumenreich. In Mexico geboren, in Oberösterreich aufgewachsen, in Wien wohnhaft. Blind, mit nur 0,015 Prozent Sehkraft.

„Ich bin blind und kann doch auf einer anderen Ebene sehen“, sagt Marco. „Ich kann nicht auf den ersten Blick so schnell sehen wie Sehende. Aber das längere Hinschauen ist ganz meins, das Kontemplative. Ich sehe anders und genieße das auch sehr. Es spürt sich frei und gesund an.“ Und als Schüler meinte er in einem Gespräch mit dem Religionslehrer: „Durch die Blindheit sehe ich mehr als andere. Ich sehe die Ewigkeit.“

Als Besucher von Theologie vom Fass in Linz konnte man ob des Gehörten und Gesehenen nur staunen. Marco, von Beruf Psychotherapeut, begeisterter Radfahrer (!), einst ein geschlagenes und verletztes Kind, heute ein lebensfroher und gläubiger Mann, der viel um Heilung betet, viel Heilung erfahren hat, Gott vieles hinlegt. Seine Augen können zwar nicht sehen, aber: „Gott kann dort heilen, wo wir offen sind und ihn darum bitten. Dann ändert sich Gewaltiges!“, ist er überzeugt.

Ein beeindruckendes Zeugnis! Danke, Marco! Gottes reichen Segen wünschen wir dir!

Hier der gesamte Abend zum Nachhören:

Weißt du, wie du tickst?

Wir kennen sie alle: den Chef, der immer gleich an die Decke geht; den frohen Sonnenschein; den tiefschürfenden Denker oder den, der einfach durch nichts aus der Ruhe zu bringen ist. Temperamente einfach.

Oder Charakter? Ist das ein Unterschied?

Anna Schönhütte betrachtete bei „Theologie vom Fass“ in Köln die verschiedenen Arten von Charakteren sowie deren Eigenschaften. Vom lebenslustigen und spontanen Sanguiniker über den eher nachdenkenden Melancholiker bis zum bedächtigen Phlegmatiker konnte jeder sich selbst in den vielfältigen und humorvollen Beschreibungen der verschiedenen Charaktere wieder finden.

Abschließend gab es für die Anwesenden noch einen kleinen Charakter-Test, bei dem jeder selbst herausfinden konnte, welcher Charakter ihm am ehesten entspricht.

Männlichkeit und Narzissmus

Was wünscht sich eine Frau, wenn sie gern einen echten Mann hätte?

Für DDr. Raphael Bonelli, Dozent und Psychotherapeut, ist klar: Die Frau wünscht sich einen Mann, der kultiviert Stärke zeigt (eine Schulter zum Anlehnen), der Entscheidungen trifft, der Halt gibt und Ordnung schafft. Der Optimalfall: Der Mann setzt seine Kraft dienend ein.

Bonelli referierte bei „Theologie vom Fass“ in Linz unter dem Titel „Ich bin so schön, ich bin so toll“ über Männlichkeit und Narzissmus, erklärte anhand von vielen Beispielen und Studien grundlegende, naturwissenschaftlich belegte Unterschiede zwischen Mann und Frau. Es sei ein Denkfehler, meinte er, die kulturelle Entwicklung bezüglich Geschlechtlichkeit von der Biologie zu trennen.

Frauen sollten ihre empathischen Fähigkeiten nützen, um den Mann emotional zu coachen. Männer sollen ihr strukturelles Denkvermögen nützen, um die Frau zu systematisieren.

Sie coacht ihn – er ordnet sie:
„So ergänzen sich Mann und Frau wunderbar!“

Narzissmus bedeute eine Selbstüberschätzung und Selbstidealisierung – und sei die natürliche Versuchung des Mannes, so Bonelli. Ein Narzisst schaue auf andere herab, weil er sich überlegen fühle, blende eigene Fehler aus und könne Werte, die über ihm stünden, nicht anerkennen.

Und die Frau? „Ihre natürliche Versuchung ist der Perfektionismus.“ Narzissmus und Perfektionismus – in beiden Fällen kreise der Mensch um sein eigenes Ich, erläuterte Raphael Bonelli. „Der Narzisst kreist selbstverliebt um sich (‚Ich bin so gut‘), der Perfektionist kreist ängstlich um sein Ich (‚Bin ich gut genug im Vergleich zu …?‘).“

Günter Veit: Ein heißes Eisen


Günter Veit führt ein seit Generationen erfolgreiches Maschinenbauunternehmen mit weltweit 400 Mitarbeitern auf mehreren Kontinenten und ist seit 45 Jahren begeisterter Christ. Er spannte in seinem Impulsvortrag einen Bogen von seinen Anfängen als potenzieller Rockmusiker, das Wiederentdecken seines Glaubens, zu einer Zwischenstation als Missionar hin zum zunächst nicht geplanten Eintritt ins und die spätere Übernahme des Familienunternehmens.

„An Gottes Segen ist alles gelegen!“

Der Unternehmer aus Landsberg am Lech schilderte uns auch die eine oder andere göttliche Fügung aus dem Unternehmensalltag. Hier der ganze Vortrag mit Fragen und Abschluss (also die vollen „zwei Halben und ein Stamperl“) zum Nachhören:

Bock auf Gott? Bitte mehr Opium!

So lautete der Titel beim großen Finale des Sommersemesters in Linz. Pater Karl Wallner, der künftige Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Österreich, gab einige „Antidepressiva“ für uns Christen:

  • das große Ziel entdecken: erfülltes Verbundensein mit Gott
  • uns als Christen nicht verstecken – „Give something back!“
  • andere mit unserer Überzeugung anstecken
  • uns mit allem, was wir haben, Gott ganz hingeben

Mehr „Opium“ bedeutet mehr Freude – gemeint ist natürlich nicht die Droge, sondern die Liebe Gottes. Danke P. Karl für deine aufbauenden und mitreißenden Worte!

Blind und doch sehend. Marco Blumenreich begeistert in Wien.

Marco Blumenreich ist einfach nur beeindruckend. Er ist es aber nicht nur deswegen, weil er trotz seiner Blindheit Fahrrad fahren und Farben fühlen kann, als Psychotherapeut in freier Praxis arbeitet und mehrere Computer Programmiersprachen kennt. Was am beeindruckendsten ist seine Einstellung. Er war „einer Anreihe von unglaublichen Gewalterfahrungen“ seiner Adoptiveltern ausgesetzt, mit 16 ausgestoßen, lebte 3 Jahre auf der Straße, hat die unglaublichsten Schicksalsschläge und ist nicht im geringsten bitter. Im Gegenteil, er strahlt Versöhnung, Frieden und Freude aus und schöpft aus einer intensiven Christusbeziehung. Sogar die schwierigsten Momente seines Lebens betrachtet er als Geschenk. Und überhaupt. Es fällt sehr schnell auf, dass die Dankbarkeit eine Herzenshaltung ist, die Marco durch und durch prägt. Er hätte seine sehr wohlhabende Eltern beim Jugendamt verklagen können und wurde öfters dazu geraten, tat es aber nicht, denn, „Ich wollte mein Leben nicht zerstören. Ich blieb lieber auf der Straße. Damals hätte ich etwas anderes brauchen können, heute würde ich diese Jahre nicht vermissen wollen.“ Ein „unglaublicher Satz in mir“ änderte alles. Dieser Satz lautete „das ist das Beste, das ich für dich habe“. Es war ein Satz, der er zu Beginn nicht verstand aber nach und nach alles veränderte. Ein Impuls, den es sich mehr als lohnt, nachzuhören. Es war ein unvergesslicher Abend, danke Marco!

Hier der Impuls zum Nachhören: