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Männlichkeit und Narzissmus

Was wünscht sich eine Frau, wenn sie gern einen echten Mann hätte?

Für DDr. Raphael Bonelli, Dozent und Psychotherapeut, ist klar: Die Frau wünscht sich einen Mann, der kultiviert Stärke zeigt (eine Schulter zum Anlehnen), der Entscheidungen trifft, der Halt gibt und Ordnung schafft. Der Optimalfall: Der Mann setzt seine Kraft dienend ein.

Bonelli referierte bei „Theologie vom Fass“ in Linz unter dem Titel „Ich bin so schön, ich bin so toll“ über Männlichkeit und Narzissmus, erklärte anhand von vielen Beispielen und Studien grundlegende, naturwissenschaftlich belegte Unterschiede zwischen Mann und Frau. Es sei ein Denkfehler, meinte er, die kulturelle Entwicklung bezüglich Geschlechtlichkeit von der Biologie zu trennen.

Frauen sollten ihre empathischen Fähigkeiten nützen, um den Mann emotional zu coachen. Männer sollen ihr strukturelles Denkvermögen nützen, um die Frau zu systematisieren.

Sie coacht ihn – er ordnet sie:
„So ergänzen sich Mann und Frau wunderbar!“

Narzissmus bedeute eine Selbstüberschätzung und Selbstidealisierung – und sei die natürliche Versuchung des Mannes, so Bonelli. Ein Narzisst schaue auf andere herab, weil er sich überlegen fühle, blende eigene Fehler aus und könne Werte, die über ihm stünden, nicht anerkennen.

Und die Frau? „Ihre natürliche Versuchung ist der Perfektionismus.“ Narzissmus und Perfektionismus – in beiden Fällen kreise der Mensch um sein eigenes Ich, erläuterte Raphael Bonelli. „Der Narzisst kreist selbstverliebt um sich (‚Ich bin so gut‘), der Perfektionist kreist ängstlich um sein Ich (‚Bin ich gut genug im Vergleich zu …?‘).“

Mach doch die Bluse zu!

„Sie sprechen mir aus der Seele!“ Diesen Satz hat Birgit Kelle oft gehört. So oft, dass er ihr – obwohl Journalistin – eigentlich nur mehr ärgert. Da hat sie mit ihrem empörten Artikel „Dann mach doch die Bluse zu“ im Jänner 2013 wohl einen Nerv getroffen: Anscheinend gibt es für Mütter (noch) keine richtige Stimme in Politik und Gesellschaft. Inzwischen ist aus ihrem Artikel ein Buch mit dem Zeug zum Bestseller geworden.

Als wir die Mutter von vier Kindern im Frühsommer  einluden, über dieses Thema bei Theologie vom Fass zu sprechen, hat sie spontan zugesagt. Anfang Oktober nun – zwischen Talkshows und Frankfurter Buchmesse – die vielerwartete „Österreich-Tournee“: Wien, Salzburg, Linz. Jeweils überdurchschnittlich junge Besucher, insgesamt wohl über 350 Personen – es hatte im Vorfeld verschiedene Presseberichte gegeben. Mit viel Humor, aber auch Sachkenntnis und Argumenten, gelang es Frau Kelle, die Anwesenden für das Thema der vergessenen Mütter zu sensibilisieren.

Ihr eigener Kommentar nach dem ersten Abend in Wien: „Österreich muss man lieben! Allein schon die Sprache strahlt soviel Gemütlichkeit aus, dass man sich sofort niederlassen möchte zu einem Haferl Kaffee. Oder zu einem ‚Stamperl‘.“ Bei Theologie vom Fass gibt es vor diesem „Stamperl“ ganz klassisch erstmal zwei „Halbe“: nämlich Impuls und Publikumsfragen. Und die gab’s zuhauf, an allen drei Standorten. Aber hört einfach selbst. Hier der gesamte Impuls mit Fragen und Stamperl in Wien:

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Und noch ein Extra-Zuckerl: die Antwort auf die letzte Frage in Linz: „Was würden Sie einer jungen Frau heute raten?“ :)

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Vielen Dank für die drei fantastischen Abende an Frau Kelle und an alle, die gekommen sind! (Mehr Fotos auf unserer Facebook-Seite)

Next Generation = last Generation?

Die international bekannte Jugendpsychologin und Autorin Christa Meves sprach über die Gesellschaft, Gott und die Welt. Mehr als 100 Personen füllten das Josef bis auf den letzten Platz – die Stimmung war großartig, die Zuhörer sehr gespannt.

Christa Meves ist neben Ihrer psychologischen Tätigkeit auch Spezialistin der Neurologie und Soziologie. Sie hat über 100 Bücher verfasst, die in 13 Sprachen übersetzt wurden, dazu unzählbare Publikationen in Fachzeitschriften. Von 1978 bis 2006 war sie Mitherausgeberin der Wochenzeitung „Rheinischer Merkur“.

Hier gibt es den Vortrag zum Nachhören:
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